„Sparen, sparen, sparen“ – alle wollen Energie sparen und senken die Vorlauftemperatur ab oder reduzieren die Raumtemperatur in der Nacht, wodurch nicht nur die Raumtemperatur reduziert wird, sondern auch die Umschließungsflächentemperatur (Wände, Decke und Boden) sinkt. Und genau hierin liegt ein unsichtbares Komfortproblem, was in der Praxis die häufigste Ursache für Mangelmeldungen nach der Absenkung der Vorlauftemperatur oder Einstellung einer Nachtabsenkung ist. Der Fachbegriff hierfür nennt sich Behaglichkeitstemperatur. Diese setzt sich in der Hauptsache aus der Raumtemperatur, der Umschließungsflächentemperatur, der Luftbewegung und der Luftfeuchte zusammen.
Die Behaglichkeit ist eine gefühlte Temperatur und verursacht Mangelmeldungen wegen zu kalter Raumtemperaturen, obwohl die Raumluft > 22°C ist. Die Behaglichkeit setzt sich in der Hauptsache aus der Raumtemperatur und der Oberflächentemperatur der Umschließungsflächen zusammen. Vereinfacht betrachtete ergibt sich folgenden Logik. Bei Wandtemperaturen von 20°C und einer Umschließungsflächentemperatur von 20°C ergibt sich eine gefühlte Behaglichkeitstemperatur von 20°C. Sinken die Wandtemperaturen aufgrund einer zu starken Nachtabsenkung oder durch sporadisches Heizverhalten auf 17°C ab, benötigt man eine Raumtemperatur von 23°C um eine Behaglichkeitstemperatur von 20°C herzustellen.
Hieraus leitet sich folgendes ab. Man kann mit einer Nachtabsenkung Energie sparen, indem den Räumen weniger Wärme zugeführt und die Reduzierung der Behaglichkeit akzeptiert wird. Was in der Praxis aber meistens nicht der Fall ist. Von der Wohnungswirtschaft wird uns immer wieder zurück gespiegelt, das Komfort und Nutzerzufriedenheit unverhandelbar sind. Aber was bleibt dann noch, um Energie zu sparen?
Der Begriff lautet „echte Energie“ sparen, nämlich Brennstoffeinsatz bei fossilen Wärmeerzeugern oder Strom bei Wärmepumpen und dies geht nur über die Verbesserung des Nutzungsgrades der Wärmeerzeuger, ähnlich wie eine einem Auto, was kontinuierlich Tempo 100 fährt. Unsere Untersuchungen über Monitoring und Optimierung an mehr als 1300 Heizungsanlagen habe ergeben, dass eine Reduzierung der Vorlauftemperatur oder Einstellung einer Nachtabsenkung die Wärmezufuhr zum Gebäude und damit den Komfort reduziert, aber nicht zwangsläufig zu einer Reduzierung des Brennstoffeinsatzes oder Strom führt. Die Begründung liegt in der Funktion der Wärmeerzeuger, die auf schwankende oder reduzierte Abnahmevolumenströme teilweise sehr sensibel mit Taktverhalten reagieren. „Echte Effizienz“ stellt sich durch Optimierung des Wärmeerzeugungsprozesses, der Hydraulik, Regelungseinstellungen und einer Kontinuität in der Wärmeabnahme ein und nicht durch alleiniges Absenken der Vorlauftemperatur.
Monitoring, automatisierte hydraulische Funktions- und Effizienzbewertung aller Komponenten einer Heizungsanlage und echte ehrliche Handwerksarbeit führe zu einer echten Effizienzsteigerung.